Unsere Segler Wolfgang Marxer mit Pablo Hämmerle und Crew auf der Paraiba, sowie unser Präsident Volkmar Ritter mit Hilmar Meier und Crew auf der bonny lass, segelten bei der Rekord Rund Um 2023 mit.
Die Wettergötter waren grosszügig und bescherten eine konstante Bise (NO) von meist 4 Windstärken und bestem Wetter während der ganzen Wettfahrt. Entsprechend wurden alle Rekorde gebrochen.
Volkmar sagt auf dem Vorwindkurs lief es uns recht gut bis Konstanz, wo wir im vorderen Mittelfeld lagen, auf dem Amwindkurs zurück begangen wir jedoch einige Fehler, die Plätze kosteten. Die Erfahrung war jedoch einmalig und die neue Crew hatte eine steile Lernkurve. Da wir schon kurz nach Mitternacht wieder in Lindau waren, verbrachten wir einen sehr lustigen Samstag im Lindauer Segelclub, wo viel Seemannsgarn gesponnen und neue Segelfreundschaften geschlossen wurden.
Das grosse blaue Band mit Rekordzeit hat, wie schon im Vorjahr, Fritz Trippolt vom befreundeten Yacht Club Bregenz gewonnen.
Volkmar mit seiner bonny lass (blauer Gennaker) an der Tonne Romanshorn
Die Kleinstaatenspiele sind ein internationaler Sportwettbewerb, der sich auf die kleineren Länder Europas konzentriert. Diese Spiele bieten eine Plattform für Athleten aus Ländern mit weniger als eine Million Einwohnern, um in verschiedenen Sportarten anzutreten.
Die Kleinstaatenspiele, auch bekannt als die Spiele der Kleinen Staaten Europas (GSSE), wurden 1985 ins Leben gerufen. Sie finden alle zwei Jahre statt und umfassen u.a. Sportarten wie Leichtathletik, Basketball, Radfahren, Volleyball, Badmington, Tischtennis, Schiessen, Judo, Schwimmen, Segeln und Surfen. Das austragende Land bestimmt die jeweils angebotenen Sportarten. Malta, bekannt für gute Segler:innen, nahm seit längerer Zeit das Segeln wieder ins Programm auf. Zu den teilnehmenden Ländern gehören Andorra, Zypern, Island, Liechtenstein, Luxemburg, Malta, Monaco, Montenegro und San Marino.
Unser Florian nahm als erster Segler für Liechtenstein an Kleinstaatenspielen teil. Er konnte viele wertvolle Erfahrungen sammeln und schlug sich tapfer gegen die harte Konkurrenz aus Malta, Zypern und Monaco. Die Segler aus Island liess er im Gesamtklassement hinter sich liegen.
Das Resümee zu Florians erster Grossveranstaltung formuliert er mit: Tolle Veranstaltung, unglaublich viel gelernt, das Ergebnis schlechter als erhofft, aber immer noch besser als erwartet.
Neun europäische Kleinstaaten (Andorra, Island, Liechtenstein, Luxemburg, Malta, Monaco, San Marino, Zypern und Montenegro) tragen seit 1995 in einem Turnus alle zwei Jahre ein Multisport-Event aus. Die GSSE bietet den kleinsten europäischen Ländern eine einzigartige Gelegenheit, sich auf einem sehr wettbewerbsfähigen Niveau zu präsentieren und zu messen.
Erstmalig ist Liechtenstein mit einem Segler vertreten, was uns unendlich freut! Wir wünschen unserem Florian viel Erfolg und auch Spass!
Am 8. und 9. Oktober veranstaltete der Württembergische Yacht-Club die Claude Dornier Regatta für 420, Laser 4.7, Laser Radial und 29er. Florian Mehser segelt einen Laser Radial, also in der grössten Klasse.
Wir gratulieren Florian ganz herzlich zum Platz 8 (von 18) in der Schlusswertung!
Bericht von der Regatta
Am Samstag kommen keine Wettfahrten zustande. Der Wind ist so konstant abwesend, dass die „AP“ Flagge den ganzen Tag über gesetzt bleibt.
Am Sonntag wird um 10:00 endlich die 1. Wettfahrt bei 12-14kn Wind gestartet. Florian ist erstaunlich unkonzentriert. Das Boot ist vertrimmt, er kann am Kreuzkurs keine Höhe segeln, vor dem Wind lässt sich der Unterliekstrecker nicht lösen. Mit einem ernüchternden, ja ärgerlichen 16. Platz ist Florian weit weg von seinen eigenen Zielen.
Immerhin bleibt er fokussiert, korrigiert in der Pause zur 2. Wettfahrt die Trimmfehler, aktiviert sich noch einmal und nimmt sich vor allem für den Kreuzkurs eine deutliche Steigerung vor.
Den Start zur 2. Wettfahrt erwischt er nicht in bester Position, aber immerhin in der ersten Linie. Direkt am Startschiff sind aber so viele Boote über der Linie, dass abgebrochen wird. Der zweite Startversuch funktioniert dann. Florian kann seinen Platz an der Linie diesmal nicht verteidigen und startet aus der 2. Linie. Er segelt sich frei, kann jetzt auch am Wind angreifen und arbeitet sich bis ins Ziel langsam nach vorne. Platz 9 ist immer noch nicht, was Florian von sich erwartet – „mindestens im vorderen Drittel des Feldes“ verortet er sich selbst vom Niveau her. In der Kurzanalyse ist er aber mit seiner Performance auf beiden Kursen einigermassen zufrieden, der Start hat ein besseres Ergebnis verhindert.
Damit ist der Plan für Wettfahrt 3 klar. Während der Wind schwächer wird, bereitet Florian sich auf einen aggressiven Start vor. Fast 2 Minuten lang verteidigt er seinen Platz an der Linie und startet perfekt. Am ersten Schenkel hoch zur Luvtonne segelt er in der Spitzengruppe und rundet als Fünfter. Der Wind nimmt inzwischen immer weiter ab, sodass die Wettfahrtleitung den Kurs verkürzen muss. Damit bleibt nur noch der Schenkel vor dem Wind zur Leetonne. Das ist genau Florians Domäne. Er holt noch einen Platz auf und kommt als Vierter ins Ziel.
Da keine weiteren Wettfahrten gestartet werden können, muss dieser 4. Platz auch schon als versöhnlicher Abschluss eines durchwachsenen Regattatages dienen.